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Anzeiger Mittwoch, 23. Juli 2003
Den Kopf in den Sand stecken kam für Ruprecht Helms nach seiner
Entlassung gar nicht in Frage. In der Ich-AG verwirklicht er sein großes
Können.
Landkreis Lörrach
Information:
Die Ich-AG ist ein Vorschlag der Hartz-Kommission. Im Kern geht es darum, Arbeitslose Möglichkeiten aufzuzeigen, um in die Selbständigkeit zu gehen.
Auskünfte erteilt das Arbeitsamt.
Stets in aller Munde, doch kaum jemand weiß genau, was sich hinter der aus
dem Hartz-Papier hervorgebrachten Formel der Ich-AG alles verbirgt. Und die
spannende Frage bleibt: Lohnt sich die Ich-AG für die Betroffenen und ist
sie aus Sicht des Arbeitsamtes ein effizientes Mittel, Erwerblose mittels
finanziellen Anreizes zu Lohn und Brot zu bringen?
Für Ruprecht Helms standen solche Überlegungen nicht lange zur Debatte. Als
der 34jährige Systemadministrator bei seiner Firma gekündigt wurde, stand er
zunächst vor dem Nichts. Die angepeilten Ziele verwischten sich vor Augen,
die finanzielle Absicherung war mehr denn je ungewiss und je länger die
Erwerbslosigkeit dauerte, umso mehr und intensiver hämmerte sich der Gedanke
in den Hinterkopf, auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr wert zu sein. Auf seine
Fähigkeiten konnte und kann Helms stolz sein. In Zeiten, in denen die
Computerbranche noch boomte und jeder Mitarbeiter unerlässlich für die Firma
war, holte man gut und gerne Ratschläge von ihm ein. Er war gefragt. Jetzt
muss er alles von selbst aufbauen und legt dabei einen Aktionismus und
Idealismus an den Tag.
"Zum Glück", so Helms, "habe ich von der ICH-AG
erfahren, denn nur hier kann ich meine Ideen wieder verwirklichen". Aus
Kostengründen betreibt er sein Geschäft noch von der eigenen Wohnung aus. Zu
seinem Kundenstamm gehören Firmen genauso dazu wie öffentliche Einrichtungen
und Privatpersonen. Er ist Spezialist, wenn es um Einrichtung und Gestaltung
der Homepage-Auftritte geht, er fertigt je nach Anforderung spezielle
Programme und hilft weiter, wenn Kunden Probleme bei Softwareproblemen
haben. Zur Zeit bereitet er den Internetauftritt für den Lehrstuhl
Computational Biology der Universität Saarbrücken vor....
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